Endlich mal wieder … „Race-Day„!

Seit meinem letzten richtigen offiziellen längeren Trailrennen sind etwas mehr als 3 Monate vergangen und in den 3 Monaten lief nicht alles wie geplant. Um so mehr habe ich mich auf den Pfreimdtaltrail in Trausnitz gefreut, Halbmarathondistanz mit ca. 450 Höhenmeter, genau das Richtige um wieder rein zu kommen.

Der Pfreimdtaltrail sollte einer der letzten Stationen zur Vorbereitung auf den U.TLW  Anfang Juni sein. Bedeutete ganz klar nicht 100% zu geben, sondern vernünftig seine Kräfte einteilen. Will ich doch auch noch am folgenden Wochenende den Regensburg Marathon laufen.

Zum Glück liegt Trausnitz nicht so weit von mir entfernt und so reichte es, dass ich meinen Wecker ganz entspannt auf 7:00 Uhr stellte und immer noch genügend Zeit hatte in Ruhe zu Frühstücken und den Tag ohne Stress zu starten. Um 8:00 Uhr setzte ich mich dann ins Auto und machte mich auf den Weg in das 100 km entfernte Trausnitz.

Angekommen herrschte stellenweise schon reges treiben und doch machte jeder einen entspannten Eindruck. Das schöne am Pfreimdtaltrail ist, dass es ein Lauf mit nur 150 Startern ist und dieses Jahr geniales Wetter war.

Ich machte mich so gleich auf meine Startunterlagen abzuholen und beobachte dann erstmal das Treiben um mich herum.

So langsam trafen immer mehr Läufer ein und für mich wurde es Zeit mich um zu ziehen und warm zu laufen. Zum Race-Briefing waren es noch 15 Minuten und 30 Minuten bis zum Start und so langsam stellte sich dieses leichte Kribbeln in der Magengegend ein (ok manche nennen es auch Nervosität, aber die gehört einfach dazu).

Um kurz vor 10:00 Uhr war es dann endlich so weit, alle Läufer versammelten sich so langsam am Start und wie so oft wollte keiner in die erste Reihe, was zur Folge hatte, dass wir alle 3 Meter vor der Startlinie standen.

Es gab noch schnell ein Geburtstagsständchen für einen Läufer der heute seinen 50sten Geburtstag feierte und dann wurde auch schon von 10 auf 0 heruntergezählt und die Meute machte sich auf die 21.1 km.

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Wie immer gaben einige Läufer zu Beginn gleich richtig Gas, doch ich blieb zum Glück meinem Vorhaben treu und ließ mich nicht mitziehen. Meine Pace lag auf den ersten 800 Metern trotzdem bei  4:30 min/km, doch die fühlten sich sehr gut an und so ließ ich es laufe.

Dann kam sie: „DIE RAMPE“!

Ich hatte im Vorfeld schon viel über „DIE RAMPE“ gelesen und sie sollte die erste Bremse in unserem lockeren Lauf sein. Es ging hier für ca. 300 Meter steiler nach oben, ich lief das erste Drittel und war dann aber vernünftig genug den Rest hoch zu gehen, lagen doch noch mehr als 20 km vor uns.

Pfreimdtaltrail #4

Hier noch ein Video von Tino, direkt von „DER RAMPE“:

Kurz danach ging es kurz auf der Strasse weiter, um dann aber wieder schnell auf den Trail abzubiegen.

Pfreimdtaltrail #3

Oben angekommen ging es bis Kilometer 2,5 nur bergab, wo dann die nächste kleine Steigung auf uns wartete. Hier konnte man aber alles laufen und oben angekommen erwarteten uns die ersten Zuschauer, die uns kräftig anfeuerten.

Für die nächsten 3 Kilometer ging es jetzt auf breiten Forstwegen teils welligen, teils nur bergab dahin und man konnte die Beine locker laufen lassen. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich in einer 4er Gruppe, zu der auch die zweite Frau gehörte. Erst am nächsten Anstieg zerfiel die Gruppe wieder, ich bemühte mich aber an der zweiten Frau dran zu bleiben, die ungefähr mein Tempo ging.

Dieses Teilstück brachte uns auf schmale Singeltrails, die Art Wege, die mir am liebsten sind, immer weiter „bergauf“. Auf 2 Kilometern galt es nun 100 Höhenmeter zu machen, unser Ziel war der Hochspeicher, unter dem ich mir so gar nichts vorstellen konnte. Kurz vor diesem höchsten Punkt war bei Kilometer 7 die erste Verpflegungsstation, an welcher auch wieder einige Zuschauer standen und uns ordentlich anfeuerten. Schnell einen Becher Wasser und dann ab zum Hochspeicher.

Pfreimdtaltrail #2

Als ich oben angekommen bin staunte ich nicht schlecht und musste mir einfach einen kurzen Augenblick für ein Foto nehmen.

Somit war der höchste Punkt des Laufs erreicht und jetzt sollte es erstmal lange bergab gehen.

4 Kilometer mit -150 Höhenmeter ließen trotz Trails eine 4:35 min/km Pace zu und machten richtig Laune. Am Ende habe ich dann die Pace wieder etwas raus genommen, um vernünftig zu bleiben und wurde hier auch von ein paar anderen Läufern überholt. Ich laufe ja nie um eine Platzierung und heute erst recht nicht und so machte mir das Überholen der Anderen rein gar nichts aus.

Bei Kilometer 11 erreichten wir dann die zweite Verpflegungsstation und ich nahm mir die Zeit in Ruhe einen Schluck Iso und Wasser zu trinken.

Dann ging es auf den für mich schönsten Teil der Strecke weiter, meist schmale Trails, technisch stellenweise anspruchsvoller in wirklich schöner Landschaft. Es hatte sich wieder eine Gruppe aus 3-4 Läufern gebildet, wobei sich Wechsel an der Spitze dieser Gruppe immer wieder ergaben.

Pfreimdtaltrail_2018_Uferpfad_0165

Kurz vor Kilometer 17 spuckte uns der Trail unverhofft aus und die dritte und letzte Verpflegungsstation kam in Sicht. Hier gab es jetzt neben Wasser, Iso und Cola auch ein paar Kleinigkeiten zu Essen. Ich begnügte mich mit einem Becher Cola und machte mich dann auf die letzten 4 Kilometer.

Für einen Kilometer ging es jetzt noch mal in den Wald und somit auf unwegsames Gelände, bevor wir die Trails endgültig verließen. Jetzt lagen nur noch 3 Kilometer Schotterpiste und harter Teer vor uns. Die Beine waren immer noch ok und so lief ich eine entspannte 5er Pace. Unsere Gruppe bestand nur noch aus 3 Läufern und die beiden Anderen liefen lange immer ein paar Meter hinter mir, ich diente wohl als Pacemacher.

Erst bei Kilometer 20, kurz nachdem es die Treppe zum Fluß Pfreimd herunter gegangen war, überholte mich einer von beiden und forcierte das Tempo etwas. Da kam dann doch mal das Kampfschwein in mir zum Vorschein und ich hängte mich an ihn dran. Sich über Kilometer ziehen lassen und dann kurz vor Schluß noch ein Platz gut machen … ne nicht mit mir.

800 Meter vor dem Ziel hab ich dann noch einmal angezogen und bin wieder an ihm vorbei gegangen. Anscheinend hatte er alle Körner verschossen und so konnte ich die letzten 300 Meter bis in Ziel genießen.

Warum genau die letzten 300 Meter? Nun der Pfreimdtaltrail hat die Eigenschaft, dass man zuerst kurz am Vereinsheim vorbei läuft und dann oberhalb des Sportplatzes. Ab dem Augenblick, wo es am Vereinsheim vorbei geht, sieht einen sowohl der top engagierte Sprecher, wie auch alle die im Ziel warten. Der Sprecher heizt jedem Läufer hier noch einmal richtig ein und für einen extra Schlussspurt gibt es dann auch extra Applaus.

Am Ende des Sportplatzes geht es dann zum Sportplatz runter und wieder über den kompletten Sportplatz zurück. Kurz noch den Sprecher abgeklatscht und durch den Zielbogen… geschafft.

Pfreimdtaltrail #1

Im Ziel ist schon so einiges los, keine Ahnung auf welchem Platz ich gelandet bin, ein Ziel habe ich auf jeden Fall erreicht, nämlich unter 2 Stunden zu bleiben, ob ich auch im ersten Drittel des Feldes (wie gewünscht) gelandet bin wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Mit meiner Zeit von 1:53:22 bin ich mehr als zufrieden und hab auf dem Lauf alles richtig gemacht.

Foto 06.05.18, 12 00 14

Der Letzte Kilometer war hart und so falle ich erstmal auf die Wiese und versuche wieder zu Atem zu kommen. Als es wieder geht, genehmigte ich mir eine Cola und Wasser, mehr brauche ich heute gar nicht.

Es war wirklich ein super Lauf, bei dem ich es endlich geschafft habe mich an meine eigenen Vorgaben zu halten, nicht zu viel zu wollen und nicht zu überpacen.

Da ich im Anschluß schnell wieder zurück nach Erlangen wollte, da noch eine Feier anstand, habe ich mich nur schnell geduscht, mir ein leichtes Weizen und ein Bratwurstbrötchen gegönnt und bin ins Auto gestiegen.

Zu diesem Zeitpunkt war mein Gedanke schon:

„Pfreimdtaltrail 2018 – Was ein geiler Lauf!“

Und dann vergingen ein paar Stunden und als ich am Abend im Bett lag und nur kurz schauen wollte, ob die Ergebnisse schon online sind, bekam ich folgendes zu sehen:

Ergebnis Masters M

Ähhhh … was … ich auf dem zweiten Platz in meiner Altersklasse????

Da hab ich doch glatt die Siegerehrung verpasst, aber dank dem tollen Video vom Pfreimtaltrail von David Trott, konnte ich den noch sehen was ich verpasst habe. Geht einfach mal zum Zeitpunkt „15:58“.

Wirklich zu schade und ich habe mich wirklich selber sehr geärgert, aber der Veranstalter ist so nett und schickt mir meine Urkunde noch zu.

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Danke an alle, die diesen tollen Lauf ermöglicht haben!

Danke an den Veranstalter Thomas Hölzl (rechts im Bild) und die Sprecher Stephan Irrgang (links im Bild) und Rudi Obermeier (mittig im Bild), die wirklich eine super Stimmung gemacht haben!

Sprecher

Danke an die, die ich auf der Strecke kennenlernen durfte und vor allem noch einmal ein riesiges Dankeschön an alle die, die auf der Strecke geholfen haben.

IHR HABT EINEN SUPER JOB GEMACHT!!!!

… and Keep on running!